Bonnen – Music I Forgot to Compose --- |
„music I forgot to compose“Dietmar Bonnen legt mit dieser makellosen, neuen CD ein Werk vor, das, ganz im Sinne von Marcel Duchamp, den Zuhörer das Werk vervollständigen lässt. Damit spielt er mit der Wahrnehmung des Hörers und gibt diesem ein Instrument in die Hand, das ihm den ganzen Kosmos der Musik von Dietmar Bonnen erschließt, jederzeit und überall. Der Komponist schafft dem Hörer so den großen Freiraum, seiner Vorstellung über das Stück zu folgen. Das schlichte Cover wird von einer fröhlich stilisierten Kuh gekrönt. War sie des Komponisten Muse? Aber ist eine Kuh denn musikalisch und wenn ja, kann sie ihren urtümlichen Sound differenzieren oder etwa mit ihren Artgenossinnen im Chor erklingen lassen? Klingt der Sound anders, wenn z. B. die Kuh auf der Almwiese weidet oder im Stall steht? Und wie verhält es sich, wenn sie aufs Eis gerät? Wie sicher ist es, dieselbe wieder vom Eis zu holen? Offensichtlich ist dies dem Autor gelungen, denn sie ziert das Cover seiner neuen CD. Das vorliegende Stück ist von diesen Gedanken inspiriert und sie wären auch in die Komposition eingeflossen, wenn der Komponist bei all diesem Reflektieren über die Kuh an sich nicht vergessen hätte, sein Stück zu komponieren. Dieser Zufall eröffnete ihm allerdings ganz andere Perspektiven. Mit diesem Tonträger ist Dietmar Bonnen gelungen, eine weitere Grenze der neuen Musik zu überschreiten. Hiermit gelingt es ihm, nicht wie John Cage in seinem Stück 4‘33‘‘ die Stille hörbar zu machen, sondern die Imagination einer Musik auf einem stillen, jungfräulichen Tonträger im Kuh-Cover individuell zu hören. Jeder, der diese CD in Händen hält, kann dieser Musik folgen, ohne jegliches Abspielgerät oder einen Stromanschluss. Der Autor befreit die Musik vom Zwang der Technik und entlässt sie in den freien Raum. Music I forgot to compose ist ein erster Schritt in zukünftige Hörgewohnheiten. Christel Schüppenhauer im Dezember 2012
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man könnte vielleicht so starten ...ich habe jetzt mal einige der "music I forgot to compose"-cds fertiggestellt. sind hübsch geworden. watt is denn da passiert. die cds sind natürlich einzeln von mir bedruckt und konfektioniert. nun muss nur noch geklärt werden warum die kuh vom eis auf die plastikscheibe muss. und das ganz ohne muh - sic! oder sick? zum rinderwahnsinn gibts doch inzwischen bestimmt tiefgründige abhandlungen. auch von einem vielschreibenden komponisten wird gern ab und an ein werk zu komponieren vergessen. für die cd »music I forgot to compose« hat der kölner komponist dietmar bonnen selbst ein „best of“-Album zusammengestellt. woher wissen wir, dass es musik ist, die vergessen wurde zu komponieren? es werden die stücke nicht nach den unterschiedlichen genres wie orchester-, kammer- oder auch elektronische musik angeordnet, sondern streng chronologisch. wie klingt eine vergessene komposition? sogar seine früh zu komponieren vergessene »suite für orgel« wurde nicht vergessen. Bonnen erwähnte im Gespräch mit Manfred Niehaus, dass er hoffe, die Veröffentlichung seiner neuen Produktion »Songs I Forgot to Sing« nicht zu vergessen. --- nein, ist sie nicht! empirisch ermittelt. heute, 27.10.2012. und das alles nicht zu sehr schwankt ... Bonnen/Berserker im Dezember 2012
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